Anleitung
Garmin-Daten mit Claude auswerten — der MCP Server von Tri-Train
Wie du Claude an deine Garmin- und Strava-Daten anschliesst, ohne etwas zu installieren — was ein MCP Server ist, was Claude damit sieht, welche Fragen sich lohnen und wo die Grenzen liegen.
Garmin-Daten mit Claude auswerten
Garmin Connect zeigt dir Zahlen. Es beantwortet keine Fragen. „War mein Puls beim Longrun am Sonntag höher als sonst bei dieser Pace?" ist in Garmin Connect zehn Klicks und ein Vergleich im Kopf. In einem Gespräch mit Claude ist es ein Satz — vorausgesetzt, Claude sieht deine Daten.
Genau das macht der MCP Server von Tri-Train: Er stellt deine Aktivitäten, Gesundheitswerte und Pläne Claude zur Verfügung, ohne dass du etwas exportierst, hochlädst oder abtippst.
Was ein MCP Server ist
MCP steht für Model Context Protocol, ein offener Standard von Anthropic. Er beschreibt, wie ein Sprachmodell wie Claude auf externe Werkzeuge und Daten zugreift. Ein MCP Server ist die Gegenstelle: eine Adresse, hinter der Werkzeuge stehen, die Claude aufrufen kann — zum Beispiel „gib mir alle Läufe seit Juni" oder „wie war der Schlaf letzte Woche".
Die meisten Garmin-MCP-Server, die du im Netz findest, musst du selbst installieren: ein Python-Skript auf deinem Rechner, das sich mit deinem Garmin-Passwort anmeldet und nur läuft, solange der Rechner an ist. Tri-Train ist ein gehosteter MCP Server. Es gibt nichts zu installieren, kein Skript, keinen API-Schlüssel. Du trägst eine Adresse in claude.ai ein und bestätigst einmal per OAuth.
So verbindest du Claude
- Registriere dich bei Tri-Train und verbinde in den Einstellungen Garmin und Strava. Beide sind optional, aber ohne mindestens eine Quelle gibt es nichts auszuwerten.
- Öffne in claude.ai die Einstellungen, dann Connectors, und füge einen eigenen Connector hinzu. Die Adresse lautet
https://tri-train.com/api/mcp. - Claude öffnet Tri-Train im Browser. Du meldest dich an und bestätigst den Zugriff. Fertig.
Die Verbindung läuft über OAuth. Claude bekommt nie dein Passwort, und du kannst den Zugang jederzeit in den Einstellungen unter Verbundene Apps trennen — ohne den Connector in Claude löschen zu müssen.
Was Claude sieht
Nach der Verbindung stehen Claude 17 Werkzeuge zur Verfügung. Du musst keines davon beim Namen kennen, Claude wählt selbst. Das Wichtigste, was dahinter liegt:
- Aktivitäten: jede Einheit aus Garmin oder Strava mit Dauer, Distanz, Pace oder Watt, Puls, Höhenmetern und Trainingsbelastung (TSS). Auf Wunsch die Details einer einzelnen Einheit mit Runden und Zonen.
- Statistiken: Wochen- und Monatssummen je Sportart, Fitness (CTL), Ermüdung (ATL) und Form (TSB).
- Gesundheitswerte aus Garmin: Schlafdauer und -phasen, HRV, Ruhepuls, Body Battery, Stress.
- Dein Profil: Schwellenwerte wie FTP, Schwellenpace und Schwellenpuls, dein Level, deine Wochenstunden.
- Pläne und Notizen: was im Kalender steht, was du zu Einheiten notiert hast.
Alles davon ist auf dein Konto beschränkt. Jedes Werkzeug filtert auf deine Nutzer-ID, fremde Daten sind über den Connector nicht erreichbar.
Fragen, die sich lohnen
Die einfachen Fragen beantwortet Garmin Connect auch. Interessant wird Claude dort, wo du zwei Dinge miteinander in Beziehung setzen willst:
- „Wie war mein Schlaf in den Nächten vor den harten Einheiten der letzten vier Wochen?"
- „Vergleiche meinen Puls bei 5:00 min/km im Juli und im September."
- „Welche Wochen hatten mehr als 400 TSS, und wie hat sich die Form danach entwickelt?"
- „Zeig mir alle Radeinheiten über zwei Stunden mit einem Durchschnitt unter 65 % FTP."
- „Was fällt dir an meinem Longrun vom Sonntag auf?"
Claude holt sich für jede Frage die passenden Daten selbst und rechnet damit. Du bekommst keine Tabelle, sondern eine Einordnung — und kannst nachfragen.
Schreiben braucht eine zweite Berechtigung
Lesen ist der Standard. Wenn Claude Einheiten anlegen, verschieben oder löschen soll, braucht es eine zweite Berechtigung, die du beim Verbinden ausdrücklich erteilst. So kann ein Missverständnis im Gespräch nie stillschweigend deinen Kalender umbauen.
Und wenn doch etwas schiefgeht: Jede schreibende Aktion landet in einem Journal. „Mach die letzte Änderung rückgängig" stellt den vorherigen Zustand wieder her.
Wo die Grenzen liegen
- Claude sieht die Daten, die Tri-Train hat. Die Synchronisation läuft alle 15 Minuten; eine Einheit, die du vor zwei Minuten beendet hast, ist vielleicht noch nicht da.
- Rohdaten in voller Auflösung — jeder einzelne GPS-Punkt, jede Sekunde Puls — bekommt Claude nicht. Das wäre für ein Gespräch zu viel und für die Analyse zu wenig hilfreich; Runden, Zonen und Zusammenfassungen sind der bessere Massstab.
- Claude ist kein Arzt und kein Trainer, der dich kennt. Was es sagt, ist eine Auswertung deiner Zahlen, keine Diagnose.
Und zurück auf die Uhr
Der Weg geht in beide Richtungen. Was Claude für dich plant, kann Tri-Train als strukturiertes Workout an deine Garmin schicken — mit Intervallen, Zielzonen und beim Schwimmen mit Bahnen statt Metern. Wie das im Alltag aussieht, steht im Guide Triathlon-Trainingsplan mit Claude erstellen.